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Ex-Partner zahlt den Immobilienkredit nicht mehr: Was tun?

Wenn der Ex-Partner den Immobilienkredit nicht mehr zahlt, entsteht schnell Druck. Die Bank interessiert sich in erster Linie dafür, dass die Rate vollständig eingeht. Wer intern welchen Anteil zahlen sollte, ändert die Haftung gegenüber der Bank nicht automatisch.

Besonders kritisch wird es, wenn beide Ehepartner den Darlehensvertrag unterschrieben haben. Dann kann ein Zahlungsausfall beide betreffen — auch denjenigen, der seinen Anteil eigentlich weiterzahlen würde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahlungsrückstände können die Bonität beider Kreditnehmer belasten.
  • Die Bank kann beide Kreditnehmer für die gesamte Schuld in Anspruch nehmen.
  • Schnelles Handeln schützt vor weiteren Folgen.
  • Eine strukturierte Lösung ist wichtiger als eine vorschnelle Reaktion.

Warum Zahlungsrückstände gefährlich sind

Zahlungsrückstände bei einem Immobilienkredit können erhebliche Folgen haben. Sie können Mahnkosten auslösen, die Beziehung zur Bank belasten und sich negativ auf die Bonität auswirken. Wenn die Rückstände dauerhaft nicht ausgeglichen werden, kann die Bank weitere Schritte prüfen.

Deshalb sollte möglichst früh gehandelt werden. Es ist besser, vor einem Rückstand eine Zwischenlösung zu suchen, als erst zu reagieren, wenn Mahnungen oder Kündigungsandrohungen vorliegen.

Wer haftet gegenüber der Bank?

Wenn beide Ehepartner Kreditnehmer sind, haften grundsätzlich beide gegenüber der Bank. Eine interne Vereinbarung, dass einer die Rate übernimmt, schützt den anderen nicht automatisch gegenüber der Bank. Erst wenn der Darlehensvertrag geändert oder der Kredit abgelöst wird, kann sich die Haftung verändern.

Das bedeutet: Auch wenn der Ex-Partner nicht zahlt, kann die Bank weiterhin beide Kreditnehmer in Anspruch nehmen. Genau deshalb ist eine strukturierte Lösung so wichtig.

Erste Schritte

Zunächst sollte geklärt werden, wie hoch der Rückstand ist, welche Rate künftig tragbar ist und ob kurzfristig eine Zahlungslücke geschlossen werden kann. Parallel sollte geprüft werden, ob einer die Finanzierung übernehmen kann, ob eine Umschuldung möglich ist oder ob ein Verkauf wirtschaftlich sinnvoller wäre.

Wichtig ist auch, die Bankkommunikation sorgfältig vorzubereiten. Unklare Aussagen oder vorschnelle Zusagen können später problematisch sein. Besser ist eine belastbare Übersicht über Einkommen, Restschuld, Immobilienwert und gewünschte Lösung.

Mögliche Lösungen

Eine Möglichkeit ist die Kreditübernahme durch eine Person. Dafür muss die Bank zustimmen. Eine andere Möglichkeit ist eine Umschuldung, wenn die bisherige Struktur nicht mehr passt. Wenn die Immobilie finanziell nicht tragbar ist, kann ein Verkauf helfen, die Finanzierung zu beenden und den Nettoerlös aufzuteilen.

Welche Lösung realistisch ist, hängt stark von Einkommen, Restschuld, Wert der Immobilie, Unterhaltspflichten und Auszahlungsbetrag ab.

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